2010 Programm Konzert 30.10.2010
„Mit Musik um die ganze Welt“
MUSIK IST TRUMPF Heinz Gietz / Arr. Manfred Schneider
Die legendäre große Samstagabendshow “Musik ist Trumpf” (1975-1981) wurde nicht nur durch den unvergessenen Peter Frankenfeld geprägt, sondern auch durch die mitreißende Titelmelodie von Heinz Gietz. Bis heute ist die Musik ungebrochen beliebt und Manfred Schneider hat mit seinem Arrangement eine originalgetreue Ausgabe für Blasorchester geschaffen.
EIN FLUß ERZÄHLT – Die Steyr / Bruno Sulzbacher
Unscheinbar sind die Quellen in einem Wald im hinteren Stodertal, aus denen die Steyr ihr Leben schöpft. Abwechslend imitieren die Klarinetten die kleinen Bächlein. Tenorhörner besingen die junge Steyr mit einigen nach moll variierenden Takten eines Heimatliedes. Aus den Bergen ringsum gesellen sich nach und nach weitere Bäche hinzu und lassen die Steyr zu einem ansehnlichen Fluß wachsen, der durch’s Stodertal zieht und dabei von einem, dem Kuckucksruf nachempfundenen Tanz begleitet wird.
Urplötzlich und mit ganzer Wucht stürzt sich der Fluß im Wasserfall “Strumboding” über die Felsen. Gar mancher Felsbrocken hat im Verlauf der Jhdt. dieser geballten Kraft weichen müssen. Schäumend waschen sie die Wassermassen einen tiefen Kessel ins Gestein. Das Orchester bringt dies in einem Allegro mit frappantem Tonwechsel sowie Turbulenzen in allen Registern zum Ausdruck.
Nachdem der Fluß sich wieder beruhigt hat, verläßt er das Stodertal und man erlebt eine Ruderbootsfahrt auf dem neuerstandenen Stausee bei Klaus. Das sprichwörtliche Grün der Steyr kommt hier ganz besonders zur Geltung. Im ruhigen 6/8-Takt schaukelt das Orchester dahin. In der Folge erlebt man den Anblick der Festung bei Klaus, einem bis heute erhalten gebliebenen Relikt aus vergangenen Zeiten. Ritterstolz verkündet eine Fanfare des Orchesters, die sich bis zum Fortissimo steigert.
In einem Presto bringen Blasinstrumente zum Ausdruck, wie sich der Fluß im “Steyrdurchbruch” durch sehr hohe und enge Felsen zwängen muß. Er beeilt sich naturgemäß dabei und findet seine Befreiung in einem ruhigen Walzertempo. Das Tal hat sich wieder geöffnet, geweitet.
Der Fluß begleitet die “Steyrtalbahn”. Im lustigen Polkatempo stampft das Züglein dahin. Irgendwo wird ein Halt eingelegt und nach einem energischen Pfiff des Zugführers geht’s heimwärts in die alte Eisenstadt Steyr, wo sich der Fluß mit der Enns vereinigt. Diese Programm-Komposition entstand 1977 und wurde 1979 im Brucknerhaus Linz von der Militärmusik OÖ uraufgeführt.
RHAPSODIE FÜR ALTSAX / Fritz Neuböck
Solistin: Marina Nentwich
Die Rhapsodie für Altsaxofon und Blasorchester entstand 2005 anlässlich des Projektes „Solowerke bei der Konzertwertung“ im Bezirk Gmunden.
Sehr unkonventionell beginnt die Rhapsodie mit einer Kadenz, welche in ein lyrisches Andante mündet das in klassischer A – B –A Form gehalten ist. Der schnelle Schlussteil ist in Rondoform gestaltet und zeigt das Altsaxofon im Gegensatz zum lyrischen Beginn auch als virtuoses Soloinstrument. Kernstück beider Teile bilden, sozusagen als Einschub, die beiden Mittelteile. Im Andante ein 7/8tel Takt bzw. im Allegro ein Minimalmusic – Abschnitt, welche das Werk klanglich und rhythmisch enorm bereichern.
Die Rhapsodie für Altsaxofon bietet klassischen Saxofonisten die Möglichkeit ihr Instrument mit all seinen Vorzügen in geeigneter Weise zu präsentieren.
DER BARBIER VON SEVILLA / Gioachino Rossini / Arr. Einz
Ort: Sevilla. Zeit: Ende 18. Jh. Graf Almaviva nähert sich seiner Angebeteten Rosina inkognito unter dem Namen Lindoro. Die Maskerade hat zwei Gründe: zum einen will er ausschließen, dass sich Rosina nur wegen seines Titels in ihn verliebt, zum anderen, um den geldgierigen Dr. Bartolo zu täuschen, der selbst überlegt, die reiche Rosina, sein Mündel, zu heiraten. Um in das Haus seiner Geliebten zu gelangen, rät ihm der örtliche Friseur Figaro zu Verkleidungen, einmal als betrunkener Soldat und ein anderes Mal als Musiklehrer. Im ersten Akt – als Soldat verkleidet – gelingt es dem Grafen tatsächlich, Rosina einen Liebesbrief zuzustecken, im zweiten Akt – als Musiklehrer getarnt – kommt er ihr beim Gesangsunterricht näher, und beide gestehen sich ihre Liebe. Almaviva plant daraufhin, Rosina nächtens aus dem Hause Bartolos, ihres Vormundes, zu befreien. Dafür hat Figaro seinem Kunden Dr. Bartolo bereits den Balkonschlüssel entwendet. Dr. Bartolo bekommt jedoch von den Fluchtplänen Wind und eilt fort, einerseits, einen Notar zu bestellen, um Rosina schnellstens zu heiraten, andererseits, die Wachen zu informieren, um den „nächtlichen Entführer“ auf frischer Tat festnehmen zu lassen. Als der Notar eintrifft, wird er von Almaviva unter Einsatz von Waffengewalt und viel Geld dazu gebracht, ihn und Rosina zu verheiraten. Bei Dr. Bartolos Rückkehr mit den Wachen gibt sich der Graf zu erkennen. Bartolo wird schließlich großzügig entschädigt: der Graf verzichtet auf die Mitgift, die Bartolo als Rosinas Vormund eigentlich zahlen müsste – allerdings muss er den Betrag dafür mit dem Figaro teilen.
BÖHMISCHER TRAUM Norbert Gälle / Arr. Siegfried Rundel
Die Notenausgabe „Böhmischer Traum” wird in über 13 Ländern gespielt und mittlerweile auch in die USA und nach Canada exportiert. Komponist Norbert Gälle freut sich, so viele verschiedene Menschen mit seiner Musik zu erreichen. Vor allem weil so viele junge Leute wieder ins „Boot der Blasmusik” gekommen sind. Denn der „Böhmische Traum” wird beileibe nicht nur auf Festzelten zelebriert, auch auf Partys und in Discotheken gehört der Polka-Hit zum Standardrepertoire eines jeden DJ’s in Süddeutschland.
PAUSE
SLAWISCHER TANZ #7 / Antonín Dvorák
Die Slawischen Tänze sind eine Sammlung von 16 Instrumentalstücken von Antonín Dvořák, die 1878 und 1886 entstanden und in zwei Bänden als Opus 46 und Opus 72 veröffentlicht wurden. Die Stücke wurden original für Klavier zu vier Händen komponiert und jeweils kurze Zeit später für Orchester bearbeitet. Sie gehören zu den bekanntesten Kompositionen des tschechischen Komponisten.
Im Jahr 1877 machte Johannes Brahms seinen Verleger Fritz Simrock auf den noch unbekannten Komponisten Antonín Dvořák aufmerksam, den er als Jurymitglied bei der Vergabe eines Stipendiums für dessen Duette Klänge aus Mähren kennengelernt hatte. Simrock nahm nicht nur die Duette in sein Verlagsprogramm auf, er schlug Dvořák auch vor, eine Reihe von „nationalen Klavierwerken“ nach dem Vorbild von Brahms’ Ungarischen Tänzen zu komponieren. Auch der Titel „Slawische Tänze“ war eine Anregung Simrocks.
Dvořák griff die Anregung umgehend auf und verfasste Anfang 1878 im Lauf von acht Wochen die erste Serie der Tänze. Während er für die Komposition gerade mal 300 Mark erhielt, stellte sich das Werk für den Verleger als Goldgrube heraus, da die Tänze vom Publikum sofort begeistert aufgenommen wurden. Im Frühjahr und Sommer 1878 ließ Dvořák noch die Orchesterfassung der Tänze folgen, die ein ebensogroßer Erfolg wurden. Alle namhaften Dirigenten wollten sie in ihr Programm aufnehmen.
Wegen des großen Erfolgs der ersten Serie schlug Simrock Dvořák schon 1880 vor, eine Fortsetzung folgen zu lassen. Doch erst im Sommer 1886 machte sich Dvořák an die Arbeit, und verfasste die Tänze op. 72 wiederum zunächst für Klavier vierhändig. Die Orchesterfassung folgte von November 1886 bis Januar 1887.
PACIFIC DREAMS / Jacob de Haan
Das Stück beschreibt den spanischen Komponisten Miguel auf seiner Reise durch Australien: Ein zufällig auf einem Markt entdecktes Gemälde mit dem Titel Pacific Dreams weckt in ihm die Sehnsucht nach dem Pazifik, nach einem Leben auf einer exotischen Insel.
WINNETOU & OLD SHATTERHAND / Martin Böttcher
Mit seiner Musik für die Karl-May-Filme avancierte Martin Böttcher in den 1960er Jahren zum erfolgreichsten deutschen Filmkomponisten. Das Titelthema zum Karl-May-Film “Der Schatz im Silbersee” – die “Old Shatterhand – Melodie” – führte 1962 über 17 Wochen lang die Charts in Deutschland an und wurde mehr als 100.000 mal verkauft. Ein absolutes Novum in der deutschen Musikgeschichte zu der Zeit. Auch die “Winnetou-Melodie”, das instrumentale Leitthema aus dem zweiten Winnetou-Film, wurde zu einem der erfolgreichsten Musiktitel der beliebten Karl-May-Filme. Der Arrangeur und Komponist Manfred Schneider hat die beiden Erfolgsmelodien originalgetreu und mit viel Gespür dem heutigen modernen Blasorchester angepasst und bearbeitet.
O VITINHO / Francisco Marques Neto
“O Vitinho” ist nicht nur einer der schönsten Märsche aus Portugal, mit ihm wird vielmehr ein neuer Marschtypus nach Mitteleuropa gebracht, wie er bislang hier unbekannt war. Voller Melodien und ohne jegliche Aggressivität steht er so für die beschwingte Heiterkeit Portugals.
AFRICAN SYMPHONY Van McCoy / Naohiro Iwai
Dieses Werk im afrikanischen Stil besticht unter anderem auch durch die Vielzahl der Percussionsinstrumente.
MONTANA FANFARE / Thomas Doss